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Damals, so erinnert sich Adolf Gigler an das gerade zu Ende gehende Jahr 1966, ja damals sei man wieder einmal beim Bier gesessen in der gemütlichen Wirtschaft in Autenzell. Im Wirtshaus Mayer traf sich die dörfliche Gemeinschaft des öfteren zum Ratschen, kam hier auch zusammen, um Freud und Leid miteinander zu teilen. „Ein Verein muss her in Autenzell“
, regte Gigler seinerzeit an. Außer der Feuerwehr gab es im Ort keinerlei Aktivitäten in dieser Richtung.
Kopfnicken habe er geerntet, weiß Adolf Gigler noch ganz genau, doch was für ein Verein gegründet werden sollte, das wusste keiner so recht. „Wir probieren es mit einem Schützenverein“
, waren sich die Männer schließlich einig. Weil die Idee auch im Nachbarort Rettenbach gut ankam fiel die Namensgebung leicht: Schützenverein „Einigkeit“ Autenzell-Rettenbach. Auch die Wirtsleute Anna und Friedrich Mayer spielten mit und stellten im Wirtshaus die Räumlichkeiten für einen Schießstand zur Verfügung.
Bei der Gründungsversammlung am 10. Februar 1967 schrieben sich alle 28 anwesenden Personen als Mitglieder ein. Als einer der ersten Schützenvereine im Sportschützengau Schrobenhausen zählten die Schützen aus Autenzell und Rettenbach eine Frau zu ihren Gründungsmitgliedern. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung den Mann, der den Stein ins Rollen gebracht hatte: Adolf Gigler. Die erste Aktivität des jungen Vereins war freilich der Bau eines Schießstandes, um die neue Sportart in Autenzell ausüben zu können.
Am 9. Juni 1967 konnte - nach der Abnahme des Schießstandes durch das Landratsamt Schrobenhausen - das erste Übungsschießen durchgeführt werden. Der damalige Schriftführer Michael Bachmeir vermerkte im Vereinsbuch „Bester Schütze war Schießleiter Johann Reischl mit 44 Ringen (5 Schuss auf Zehnerscheiben). Es musste allerdings festgestellt werden, dass manche Schützen noch einige Übung im Zielen notwendig haben!“
. Noch im selben Jahr erfolgte der Beitritt zum Bayerischen Sportschützenbund.
„Wir hatten nur ein einziges Gewehr.“
sagt Adolf Gigler und schmunzelt. Auch sei Anfangs nur ein Schießstand vorhanden gewesen. In den nächsten Jahren wurde fleißig trainiert. Im März 1973 nahm der mittlerweile 50 Mitglieder zählende Verein erstmals an den Rundenwettkämpfen teil. „Damals schossen neun Schützen, wobei die besten sieben in die Wertung kamen“
, weiß Adolf Gigler zu berichten.
Nicht nur das Schießen stand im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten. Neben den zahlreichen Freundschafts- und Wettkampfschießen bereicherten zahlreiche Vereinsausflüge das Vereinsleben. In der staden Zeit stimmten Weihnachtsfeiern auf das bevorstehende Fest ein. Ein herausragender Termin war auch der jährliche Faschingsball. „Er hat uns über die Runden gebracht“
, sagt Adolf Gigler mit Blick auf die Finanzen, „denn der Jahresbeitrag hat ja nur zehn Mark im Jahr betragen“
.
Es folgte ein rasanter sportlicher Aufstieg. Unsere Schützen erklommen im Jahr 1977 die B-Klasse und nur drei Jahre später die A-Klasse. Dank hervorragender Nachwuchsarbeit konnte 1980 eine Nachwuchsmannschaft ins Rennen geschickt werden. Sie sicherte sich prompt den Meistertitel in der Schülerklasse. Die erste Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und stieg im Jahr 1981 in die Gauliga und im Jahr 1982 sogar in die Gauoberliga auf.
Diesem enormen Erfolg folgte allerdings ein tiefer Fall: Im Jahr 1984 der Abstieg in die Gauliga und im Jahr 1988 der weitere Abstieg in die A-Klasse. Zu diesem Zeitpunkt war Adolf Gigler bereits nicht mehr Schützenmeister. Im Jahr 1987 stellte er sich nach 20 Jahren an der Spitze des Vereins nicht mehr zur Wahl um Platz für einen Jüngeren zu machen. Sein Nachfolger wurde Konrad Dreier.
Er war aber weiterhin unermüdlich in der Vorstandschaft tätig und sorgte mit seiner langjährigen Erfahrung auch dafür, dass das 20-jährige Gründungsfest des Vereins ein voller Erfolg wurde. In guter Erinnerung bleibt ein besonderer Gast: Bischof John Josef aus Pakistan, der mit dem Gewehr fast so gut umgehen konnte wie mit der Bibel.
Im Jahr 1988 durfte „Einigkeit“ Autenzell-Rettenbach zum ersten mal das Gauschießen ausrichten. „Mit der Rekordbeteiligung von 730 Schützen!“
betont Konrad Dreier. Auch in den Jahren 1994 und 1996 fand diese Großveranstaltung in Autenzell statt.
Im Jahr 1990 kam die Disziplin Luftpistole hinzu. In der angestammten Disziplin gelang im Jahr 1992 der Wiederaufstieg in die Gauliga und ein Jahr darauf der Wiederaufstieg in die Gauoberliga. Im Jahr 1997 sicherten sich unsere Schützen dann souverän den Meistertitel in der höchsten Gauklasse. Das ehrgeizige Ziel erstmals in die Bezirksliga aufzusteigen wurde nur knapp verfehlt.
Wie eine Bombe schlug im Mai 1995 die Nachricht ein, dass das Wirtshaus der Familie Mayer aus Krankheitsgründen schließen müsse. Glücklicherweise stellte der befreundetete Schützenverein „Eichenlaub“ Junkenhofen seine Schießanlage zur Verfügung damit der Schießbetrieb aufrecht erhalten werden konnte. Die eigenen Schießstände wurden im dafür eigentlich etwas zu kurzen großen Schulzimmer des ehemaligen Schulhauses aufgebaut.
... in Arbeit.
Schützenverein „Einigkeit“ Autenzell-Rettenbach 1967 e. V. — Schulstraße 4, 86561 Autenzell
Telefon: 0162 3463432
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