Schützenverein „Einigkeit“ Autenzell-Rettenbach 1967 e. V.

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Vereinsfahne

Im Mittelpunkt unseres 35-jährigen Gründungsfestes vom 24. bis 26. Mai 2002 stand die Weihe unserer Vereinsfahne. Die Vereinsfahne ist ein eindrucksvolles Zeichen für die Einigkeit, Kameradschaft und Treue unserer Mitglieder und der Stolz des Vereins.

Patenbitten

Wenn ein Verein derart umfangreich plant, dann verlangt es die Tradition, dass ein anderer Verein die Patenschaft übernimmt. Sich dieser Tradition bewusst, marschierten wir am 20. Oktober 2001 mit Blasmusik zu den Jennerwein-Schützen Oberlauterbach, um dort die Patenschaft zu erbitten. Diese machten es den Bittstellern allerdings wirklich nicht leicht. Als erste Hürde waren mit einer ziemlich verrosteten Zugsäge zwei Birkenstämme zu zersägen, um überhaupt in die Wirtschaft vorgelassen zu werden.

In der Gaststätte endlich eingetroffen mussten schon gleich die Kniagler ran. Fünf Männer aus dem Festausschuss trugen auf der Bühne ihre Bitte an die Jennerwein-Schützen vor. Doch nur mit dem Bitten war es nicht getan: Kniend auf recht kantigen Birkenholzscheiten musste die Bitte wiederholt werden. Auch während der zähen Verhandlungen mit der Frage, was es uns wohl wert sei, dass die Jennerwein-Schützen die Patenschaft übernehmen, mussten die Kniagler auf den Holzscheiten verharren.

Es zeichnete sich schnell ab, dass das Bitten eine längere Prozedur werden würde. Nach fast einstündiger Verhandlung waren wohl auch schon die Knie wund. Endlich sprach die Fahnenmutter ein Machtwort und ließ die Festdamen mit Brezen, Würsten und mehreren Fässern Bier aufmarschieren. Nach dem Kosten der Brotzeit setzten die Jennerwein-Schützen mit der Annahme der Patenschaft dem Leiden der Kniagler ein Ende. Mit einem kurzen Gstanzlsingen bedankten sich die fünf Kniagler beim neuen Patenverein.

Fahnenweihe

Bei dieser Gaudi, die schon beim Patenbitten herrschte, konnte die Fahnenweihe nur ein Riesenerfolg werden. Am Freitag sorgten die Zillertaler im Festzelt für Stimmung und zeigten ihre umfangreiche Palette an rockigen aber auch sehr gefühlvollen Liedern.

Am Samstag wurden unser Patenverein die Jennerwein-Schützen Oberlauterbach und die zahlreichen Gemeindevereine um 18 Uhr mit einem Standkonzert am Schützenheim empfangen. Beim anschließenden Festzug zum Festzelt auf dem Sportplatz prasselte der Regen nach den Schüssen der Adelshausener Böllerschützen wie auf Kommando auf uns nieder. Dort wurden dann nach dem Bieranstich durch Schirmherr Horst Rössler zahlreiche verdiente Vereinsmitglieder geehrt. Den Abend gestaltete die Sielenbacher Blaskapelle.

Der Festsonntag begann schon um 6 Uhr mit dem Weckruf der Sielenbacher Blaskapelle. Eine aus dem Festausschuss, der Sielenbacher Blaskapelle und den Adelshausener Böllerschützen bestehende Delegation machte sich dann auf den Weg um die Fahnenmutter Maria Knöferl, die Fahnenbraut Sandra Weiß und unsere Festdamen in den beiden Ortschaften Autenzell und Rettenbach abzuholen. Pünktlich um 8 Uhr wurden dann der Patenverein und unsere zahlreichen Gäste mit einem gemeinsamen Weißwurstfrühstück im Festzelt begrüßt.

Im feierlichen Festgottesdienst weihte Anton Mahl, ein aus dem Nachbarort stammender katholischer Missionar in North Horr (Kenia), vor rund 1500 Festgästen unsere aus grünem Damast gefertigte Vereinsfahne. Sie wurde mit den Fahnenbändern der Fahnenmutter, der Fahnenbraut, der Fahnenjunker, des Patenvereins, des 22-köpfigen Festausschusses mit Festleiter Konrad Dreier an der Spitze und des zweiten Ortsvereins der FFW Rettenbach-Autenzell vervollständigt. Auch der Patenverein erhielt zum Dank ein Fahnenband.

Bei der Totenehrung krachten beim Trompetensolo von „Ich hatt' einen Kameraden“ die Böller und zu Ehren der Verstorbenen wurde ein Totenband an den Kranz der Fahne geheftet.

Ausgelassene Stimmung herrschte gleich im Anschluss an den Gottesdienst als Fahnenjunker Jürgen Fischhaber die neue Fahne präsentierte: Er schwang sie zu den Klängen eines zünftigen Marsches der Neuburger Stadtkapelle kraftvoll über die Köpfe der Festgäste hinweg. Nach dem Mittagessen standen Grußworte und Festansprachen auf dem Programm.

Dann war es auch schon Zeit sich für den Festumzug aufzustellen. Er ging trotz dunkler Regenwolken am Himmel trockenen Fußes über die Bühne. Sechs Musikkapellen begleiteten die mehr als 50 Gastvereine auf ihrem Marsch durch den Ort. Die Junker schwangen ihre Fahnen, die Festmädchen winkten mit Blumen und die Schützenkönige, allen voran unser neuer Gauschützenkönig Anton Weiß aus Autenzell, trugen stolz ihre Schützenketten.

Der absolute Höhepunkt war aber natürlich der Einzug der Vereinsfahnen ins Festzelt. Wenn sich die Fahnenjunker angefeuert von der begeisterten Menge mächtig ins Zeug legen, lässt das niemanden kalt. Und wenn der Jubelverein einzieht, kocht das ganze Festzelt.

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